Projekt-Infos

Neubau trifft Bestand- Erweiterung und Sanierung Kinderzentrum Haus 8 im Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau - Einweihung im Juli 2020

Das Heinrich-Braun-Klinikum in Zwickau wurde um 1900 mit seiner Bebauung in Pavillonbauweise errichtet und steht unter Denkmalschutz. Große Säle mit großen Fenster sollten den Bezug zur Natur und damit die Heilung fördern.  Was damals revolutionär war, steht den heutigen medizinischen Anforderungen hinsichtlich der Raumstruktur im Weg. Ziel der Baumaßnahme war, ein Gebäude zu konzipieren, das die verschiedenen Kinderstationen, die dezentral auf dem Gelände untergebracht waren zu vereinen. Um das Raumprogramm unterbringen zu können, wurde in Abstimmung mit der Denkmalbehörde ein Neubau angebaut. Zwischen dem Neubau und dem denkmalgeschützten Gebäude erlaubt ein Innenhof über alle Geschosse die zusätzliche Belichtung von Fluren und Diensträumen. Zusammen mit den großen Fensteröffnungen im Bestand erscheinen die Innenräume hell und freundlich. Das äußere Erscheinungsbild des Bestandsgebäudes wurde denkmalgerecht wiederhergestellt. Dachdeckung, Fensterteilung, Putzdetails wurden mit viel Liebe zum Detail saniert. Der Neubau nimmt sich bewusst zurück und lässt dem Denkmal den Vortritt. Das verglaste Fassadenband ist als Bindeglied zwischen Neu- und Altbau konzipiert.

Als besondere Herausforderung stellte sich die Tieferlegung des Fußbodenniveaus des Untergeschosses dar, das um einen Meter abgesenkt wurde und dadurch auch anspruchsvoll nutzbar ist. Alle Wände wurden unterfahren. Der Aufzugsschacht musste ebenfalls tiefergelegt werden, um das Untergeschoss anfahren zu können. Tragende Decken wurden durch neue Decken ersetzt. Ein Treppenhaus komplett entfernt und weitere großflächige Öffnungen in den Außenwänden durchgeführt. Diese statischen Eingriffe konnten nur in enger Abstimmung zwischen Architekt, Statiker, Bauüberwachung und der Baufirma gelingen.


Gut verbunden- Zentralverbinder Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau – 1. Bauabschnitt im Juli 2020 fertig gestellt

 

Mit der Zielplanung des Heinrich-Braun-Klinikums war die Zentralisierung der Klinikgebäude geplant. Die Pavillionstruktur der Gebäude suchte eine Möglichkeit der Verbindung untereinander ohne die Autorität der Denkmäler zu untergraben. Gleichzeitig sollte ein Bauwerk entstehen, dass den logistischen Anforderungen der Klinik für Patiententransporte, Besucherverkehr und Materialtransporte gerecht wird. Besonders schwierig war die unterschiedliche höhenmäßige Einordnung der Gebäude, die alle barrierefrei verbunden werden mussten. Gelöst wurde die Aufgabe durch einen eingeschossigen großflächig verglasten Verbindergang, der sich nach außen öffnet, hell und einladend gibt und genügend Raum bietet. Querbauwerke unterstützen durch Ihre Gestaltung die kammartige barrierefreie Verbindung der Gebäude. Damit ist das witterungsgeschützte Begehen für Patienten und Personal gewährleistet.


Neue Biplan und Monoplananlagen im Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau eingeweiht

Im Herbst 2020 konnte die Klinik für Innere ihr Herzkathederlabor erweitern. Herzstück sind die beiden neuen Untersuchungsgeräte, die im laufenden Betrieb in die Erdgeschossebene des Gebäudes integriert wurden. Besonders anspruchsvoll war die Einbaulösung für die Biplananlage, da hier nur Deckendurchbiegungen von 1,7mm für erfolgreiche Untersuchungen des Patienten zulässig sind. Da die Bestandsdecken und -wände diese Anforderung nicht erfüllen konnten, folgte der Einbau einer kompletten Stahlkonstruktion, an dem das Gerät montiert wurde. Trotz der Schwierigkeiten, die sich durch die Corona-Pandemie bei der Realisierung für alle Beteiligten ergab, wurde die Maßnahme unter Einhaltung aller Regeln erfolgreich abgeschlossen.


Für alle (Not)fälle - Erweiterung Notfallaufnahme Erzgebirgsklinikum Annaberg

Die vorhandene Notfallaufnahme am Erzgebirgsklinikum  Annaberg war für die gestiegenen Notfälle an Ihre Kapazitätsgrenze gelangt. Weiterhin entsprach die Zufahrtssituation nicht den Anforderungen der Patienten und des Personals. Die Aufgabe bestand in der Erweiterung der vorhandenen Notaufnahme, wobei diese zu jedem Zeitpunkt in Betrieb bleiben musste.

Herzstück der neuen Notfallaufnahme bildet der Schwesternstützpunkt, um den sich alle Untersuchungsräume, Schock- und Einriffsraum, Bettenarea und der Anmeldebereich gruppieren. Das gewährleistet eine optimale Versorgung und optimiert logistische Abläufe. Ein weiterer Vorteil für die Patienten ergibt sich aus der Gestaltung der neuen Liegendanfahrt, die als Garage ausgebildet wurde. Der Patient kann jetzt witterungsgeschützt aus dem Rettungswagen in die Notaufnahme gebracht werden. Gerade im Klima des Erzgebirges ein großer Fortschritt.

Erreicht wurde das zusätzliche Platzangebot durch einen Anbau an das Bestandsgebäude über drei Geschosse. Dafür wurde ein bestehendes Treppenhaus abgebrochen. Die statisch aussteifende Funktion des Treppenhauses erfolgt jetzt durch den Neubau. Der Bauablauf wurde nicht nur an die Abläufe der Notaufnahme angepasst, auch die Intensivstation, die durch den Anbau unmittelbar betroffen war, wurde im Baugeschehen berücksichtigt. Regelmäßige enge Abstimmungen mit den medizinischen Nutzern waren für das erfolgreiche Umsetzen des Projektes erforderlich und begleiteten uns über den gesamten Projektverlauf mit viel Engagement.